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Entlebuch LU
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Entlebuch ist eine politische Gemeinde und ein Dorf im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz.
Contents
âą Geographie
⹠Bevölkerung
âą Sprachen
âą Geschichte
âą Politik
âą Gemeinderat
âą Wirtschaft
âą Verkehr
âą Bilder
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Die Gemeinde liegt im SĂŒdwesten des Kantons Luzern an der Hauptstrasse 10 (LuzernâBern). Das gesamte Gemeindegebiet ist HĂŒgel- oder Bergland. Das Dorf selber liegt in der Talmulde, welche die Kleine Emme geschaffen hat. An der Stelle, wo die Entlen in diese von rechts her einmĂŒndet. Nahe dem höchsten Punkt der Gemeinde, dem Wissgubergrat (1940 m ĂŒ. M.), an der Grenze zum Kanton Obwalden, entspringt die Grosse Entlen, die entlang ihres gesamten Bachlaufs die Grenze zur Gemeinde Hasle bildet. Der gesamte hochgelegene Teil der Gemeinde ist stark bewaldet und stellenweise sehr sumpfig. In den unteren Zonen wurde der Wald gerodet, um Platz zu schaffen fĂŒr die Landwirtschaft. Der Schlieregrat mit dem BĂ€rnerstig (1649 m ĂŒ. M.) bildet bis zur Schrotenegg die Kantonsgrenze zwischen Obwalden und Luzern. Diese fĂŒhrt dann in nordwestlicher Richtung hinĂŒber zum Risetestock (1759 m ĂŒ. M.) und von dort in nordöstlicher Richtung weiter zum WĂ€ngegrat. Westlich des Schlieregrats entspringt der (Entlebucher-) Rotbach. Dieser Bach liegt in einem kleinen Hochtal. Er mĂŒndet auf 1158 m ĂŒ. M. von rechts in die Grosse Entlen ein. Ein weiterer Zufluss der Grossen Entlen ist der Ălleggbach, der sĂŒdlich des kleinen Weilers BrĂŒedere (1079 m ĂŒ. M.; 7,4 km sĂŒdöstlich des Dorfs) in die Grosse Entlen einmĂŒndet. Nur wenig weiter unten, direkt nördlich von BrĂŒedere, mĂŒndet von rechts der Eibach in die Grosse Entlen. finsterwaldAm Hang nördlich ĂŒber dem Lauf der Grossen Entlen liegt der Ortsteil Finsterwald (1060 m ĂŒ. M.; 3,5 km sĂŒdöstlich des Dorfs). Der Fischebach, der westlich des Risetestocks entspringt, bildet bis zu seiner EinmĂŒndung in den RĂŒmlig die Grenze zur Gemeinde Werthenstein. Bis zum Gehöft Munistein (wie âMunimatt[e]â von schweizerdeutsch Muni abgeleiteter Name der Alpweide ĂŒber dem RĂŒmlig beim Hinterberg. Muni ist als AbkĂŒrzung fĂŒr Munizipalstier synonym mit dem gemeindeeigenen Zuchtstiercite-ref-6[6]) bildet dann der RĂŒmlig die Grenze. ebnetZwischen RĂŒmlig und dem weiter westlich liegenden Bramegggrat liegen die Weiler und Gehöfte, welche zusammen den Ortsteil Rengg bilden. Westlich des Brameggrats, bis hin zur Kleinen Emme, liegt der Ortsteil Ebnet (722 m ĂŒ. M.; 4 km nordnordöstlich des Dorfs). Ebnet ist ein Strassendorf, das aus den Weilern (von SĂŒd nach Nord) MĂŒlacher, Ebnet und Bleiki besteht. Am rechten Ufer der Grossen Fontannen liegt die Exklave Dieplischwand (808 m ĂŒ. M.; 3,8 km sĂŒdwestlich des Dorfs).
Vom gesamten Gemeindegebiet wurde 2015/16 die HÀlfte (49,1 %) landwirtschaftlich genutzt. Wald und Gehölz bedeckten 43,6 % des Areals, und 3,9 % waren SiedlungsflÀche.cite-ref-7[7]
Entlebuch grenzt an Doppleschwand, Hasle, Malters, Romoos (Exklave Dieplischwand), SchĂŒpfheim, Schwarzenberg, Werthenstein und Wolhusen im Kanton Luzern sowie an die Gemeinden Alpnach und Sarnen im Kanton Obwalden.
Die Region Entlebuch gehört wegen ihrer Hochmoorlandschaften zur UNESCO BiosphĂ€re. Die Region verfĂŒgt ĂŒber markierte Wander- und Velowege. Im Winter wird in Finsterwald eine Langlaufloipe und in Gfellen eine kleine Skipiste angelegt.
Bevölkerung
Von 1745 bis 1850 verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Danach sank sie durch Abwanderung in andere Regionen der Schweiz und Auswanderung nach Ăbersee bis 1910 trotz hohen GeburtenĂŒberschĂŒssen (1850â1910: â 14,9 %). In den folgenden 50 Jahren bis zum Jahr 1960 wuchs sie dann erheblich (1910â1960: + 26,4 %). Nach einem BevölkerungsrĂŒckgang in den 1970er- und 1980er-Jahren verzeichnet die Gemeinde Entlebuch zuletzt ein leichtes Wachstum.
Quelle: Bundesamt fĂŒr Statistik; 1850 bis 2000 VolkszĂ€hlungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP
Sprachen
Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Die Sprache des Entlebuchs weist erhebliche Unterschiede gegenĂŒber der Mundart der Region Luzern auf. Bei der letzten VolkszĂ€hlung im Jahr 2000 gaben 96,67 % Deutsch, 0,74 % Albanisch und 0,59 % Italienisch als Hauptsprache an.
Religionen â Konfessionen
FrĂŒher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Unter anderem wegen der Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und aus dem Ausland hat sich dies geĂ€ndert. Dennoch sind die Leute im Entlebuch auch heute noch öfters Mitglied einer Landeskirche als im Landesdurchschnitt. Kirchenaustritte weniger zahlreich. Heute (Stand 2023) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus: 75,2 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 5,80 % evangelisch-reformiert und 19,0 % konfessionslos oder Angehörige einer anderen Religion.
Herkunft â NationalitĂ€t
Per 31. Dezember 2023 zÀhlte die Gemeinde 3'387 Einwohner. Davon waren 3'058 Schweizer Staatsangehörige und 329 (= 9,7 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit. Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Deutschland (90 Menschen), Portugal (17), Italien (17) und dem Kosovo (10). 77 Personen stammen aus anderen europÀischen LÀndern.cite-ref-8[8]
Geschichte
Auf Grund verschiedener Namen ist auf eine spĂ€talemannische Besiedelung zu schliessen. Papst Innozenz II. bestĂ€tigte im Jahre 1139 dem Kloster Trub seinen Besitz in Enndlybuch. Auch andere Klöster besassen Grundbesitz in Entlebuch. SpĂ€ter wurden die Freiherren von Wolhusen die weltlichen Herren. Diese verkauften ihren Besitz an die Habsburger. Die Gemeinde gehörte dann bis 1385 zum Amt Wolhusen. Der Vogt Peter von Thorberg verwaltete um 1350 das Gebiet â er schrĂ€nkte die Freiheiten der Bauern ein und erhöhte die Abgaben, wodurch er sich bei den Leuten unbeliebt machte. Im Jahr 1385 gingen die Entlebucher daher ein BĂŒndnis mit der Stadt Luzern ein. Sie zahlte den Habsburgern (als immer noch nominelle Herren) im Jahr 1405 300 Gulden fĂŒr das Innere (= Entlebuch) und Ăussere Amt Wolhusen. Die Entlebucher waren wie ihre Nachbarn in Obwalden sehr auf ihre EigenstĂ€ndigkeit bedacht. So wehrten sie sich verschiedentlich gegen die Einflussnahme Luzerns. 1513 beteiligten sie sich am Zwiebelnkrieg, und 1653 war das Entlebuch ein Zentrum der aufstĂ€ndischen Bauern im Bauernkrieg. Nach der Niederlage in Letzterem wurden die Freiheitsrechte eingeschrĂ€nkt. Bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft gehörte der Ort zur Landvogtei Entlebuch; 1798 kam die Gemeinde zum Distrikt SchĂŒpfheim und 1803 zum damals neu geschaffenen Amt Entlebuch. Ăbrigens ist SchĂŒpfheim und nicht Entlebuch der Hauptort des Amts.
Der «Gottesfreund vom Oberland» (1317â?), eine legendĂ€re Gestalt der christlichen Mystik, der â selbst Laie â Johannes Tauler und auch Rulman Merswin unterwiesen haben soll, liess sich mit seiner verborgen lebenden Bruderschaft wohl auf der BrĂŒdern-Alp am Schimberg im Kirchspiel Entlebuch nieder. Der Ă€lteste Eintrag in das Jahrzeitbuch von Entlebuch nennt sechs BrĂŒder am Schimberg.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat Entlebuch besteht aus fĂŒnf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt (Legislatur 2024â2028):cite-ref-11[11]
⹠Michael Grau (FDP): GemeindeprÀsident (Ressort Politik, Wirtschaft)
âą Josef Hamburger (Die Mitte): Ressort Bau, Infrastruktur, Verkehr
âą Adrian Zemp (Die Mitte): Ressort Soziales
âą Tanja Bieri-Baumeler (SVP): Ressort Finanzen, Umwelt, Sicherheit
âą Petra Renggli Hodel (Die Mitte): Ressort Bildung und Kultur
Kantonsratswahlen
Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die WĂ€hleranteile in Entlebuch: SVP (einschliesslich Junge SVP) 41,45 %, Mitte (einschliesslich Junge Mitte) 40,07 %, FDP 11,24 %, SP 4,15 % und GrĂŒne 3,09 %.cite-ref-12[12]
Die SVP konnte mit einem Plus von 12,2 % die Mitte ĂŒberholen und so zur stĂ€rksten Kraft in Entlebuch avancieren. Die Mitte baute ihren WĂ€hleranteil um 0,5 % aus und ist neu zweitstĂ€rkste Kraft in Entlebuch. Die FDP musste mit einem Minus von 14,0 % das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte hinnehmen. Die SP und die GrĂŒnen konnten ihre WĂ€hleranteile leicht ausbauen.cite-ref-13[13]
Nationalratswahlen
Wirtschaft
Entlebuch ist immer noch stark landwirtschaftlich geprÀgt, obwohl nur noch 20 Prozent der ArbeitsplÀtze in diesem Bereich liegen (verglichen mit dem 4-%-Landesdurchschnitt ist das sehr viel).
Auf Nesslebrunneboden (bohrplatte-finsterwaldLage46.97498.1117) in Finsterwald wurden durch die Luzernische Erdöl AG (Leag)cite-ref-15[15] von 1985 bis 1994 ca. 74 Mio. m3 Erdgas gewonnen und in die Transit-Gasleitung Holland-Italien gespeist.cite-ref-16[16] Des Weiteren wurden 2400 m3 Leichtöl gefördert.cite-ref-17[17] Ein Industriedenkmal erinnert heute auf dem Freizeitplatz Bohrplatte daran.
Bei Rengg befindet sich der Windpark Feldmoos/Rengg.
Verkehr
Die Gemeinde liegt an der Bahnlinie LuzernâBern und verfĂŒgt ĂŒber einen eigenen Bahnhof. Ausserdem sind einzelne Ortsteile durch die Postautolinien EntlebuchâEbnet und EntlebuchâFinsterwald-Gfellen erschlossen.
Entlebuch liegt an den Strassen (Luzernâ)WolhusenâBern und (Luzernâ)WolhusenâThun (ĂŒber den Schallenberg). Die nĂ€chstgelegenen AutobahnanschlĂŒsse sind Emmen-SĂŒd in 29 km Entfernung und Dagmersellen in 30 km Entfernung. Beide liegen an der A2.
SehenswĂŒrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂŒter in Entlebuch LU
Bilder
Persönlichkeiten
âą Der Gottesfreund vom Oberland, christlicher Mystiker (1317â?)
âą Josef Zemp (1834â1908), Bundesrat
âą Arnold Otto Kaech-Scholl (1881â1965), Wasserbauingenieur
âą Franz Birrer (1903â1996), Tuchfabrikant, Grossrat, Kirchenrat, Ortswehrkommandant
âą Alfred Ackermann (1907â1997), Politiker und Unternehmer
âą Alphons Egli (1924â2016), Bundesrat, EhrenbĂŒrger der Gemeinde Entlebuch
âą Dominik Brun (* 1948), Schriftsteller
⹠Thomas Lötscher aka «Veri» (* 1960), Kabarettist
⹠Matthias Sempach (* 1986), Schwingerkönig, lebt in Entlebuch
Literatur
âą Heinz Horat: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Luzern, Neue Ausgabe I: Das Amt Entlebuch. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 80). ISBN 3-7643-1900-3. S. 47â87.
âą Lebenszeiten im Entlebuch. Das Amt Entlebuch. SchĂŒpfheim, 1999. ISBN 3-907821-09-2
âą Willi Huber: Entlebuch 1918 â 1939. Entlebuch 1994
âą Willi Huber: Entlebuch â 2000. Entlebuch 2004
Weblinks
Commons
: Entlebuch
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Offizielle Website der Gemeinde Entlebuch
âą Gemeindeprofil des kantonalen statistischen Amtes (PDF; 107 kB)
âą Willi Huber: Entlebuch (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
âą A. LĂŒtolf: Der Gottesfreund im Oberland
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991â2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. bfs.admin.ch: StÀndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento vom 1. Januar 2015 im Internet Archive) (StÀndige Wohnbevölkerung)
cite-note-66. â Alfred Helfenstein: Das Namengut des Pilatusgebietes. Keller, Luzern 1982, ISBN 3-85766-004-X, S. 26.
cite-note-77. â Bodennutzung nach Nutzungsarten. LUSTAT Statistik Luzern, 19. April 2022, abgerufen am 29. Februar 2024.
cite-note-88. â Bevölkerung Migration und Integration. LUSTAT Statistik Luzern, August 2023, abgerufen am 29. Februar 2024.
cite-note-99. â Prof. Dr. A. LĂŒtolf: Der Gottesfreund im Oberland. In: Jahrbuch fĂŒr Schweizerische Geschichte, Erster Band. ZĂŒrich 1876, S. 18 ff. (s. Weblinks)
cite-note-1010. â Jakob Baechtold: Gottesfreund. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 456â460.
cite-note-1111. â Gemeinderat. Gemeindeverwaltung Entlebuch, abgerufen am 29. Februar 2024.
cite-note-1212. â https://www.lustat.ch/files_ftp/daten/kt/0003/w173_302t_kt0003_gd_d_2023.html Kantonsratswahlen: StĂ€rke der Parteien 2023
cite-note-1313. â Wahlen Luzern - So hat die Gemeinde Entlebuch gewĂ€hlt. Abgerufen am 10. Mai 2023.
cite-note-1414. â Nationalratswahlen. LUSTAT Statistik Luzern, 3. Januar 2024, abgerufen am 29. Februar 2024.
cite-note-1616. â wanderweb.ch: Erdölrausch im Entlebuch (Memento vom 16. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-1717. â Willi Huber: Finsterwald. In: Historisches Lexikon der Schweiz.